„Schlechtes Gewissen“ entscheidet schwedische Wahl

Die schwedischen Wähler haben sich am vergangenen Sonntag, den 14. September 2014 für einen Regierungswechsel entschieden. Und das, obwohl Schweden unter der abgewählten konservativen Allianz die Wirtschafskrisen der vergangenen Jahre so gut wie kaum ein anderes Land überstanden hat und obwohl sich das Einkommen des „Durchschnittsschweden“ seit dem Jahr 2006 aufgrund von Steuersenkungen fast um einen ganzen Monatslohn erhöht hat.

Schwedens Banken sind stark, schwedische Unternehmen laufen wie am „Schnürchen“ und Schweden spielt trotz seiner „Kleinheit“ eine wichtige diplomatische Rolle in der Welt.

Laut Meinung der Zeitung Aftonbladet ist die Abwahl ein Phänomen, das in der ausländischen Presse mit Verwunderung zur Kenntnis genommen wird.

Die Zeitung „The Guardian“ stellt die These auf, dass die Abwahl der konservativen Regierung auf „das schlechte Gewissen“ der Schweden zurückzuführen ist. Denn den meisten Schweden geht es zwar besser, Einschnitte im Sozialbereich haben aber auch einige schlechter gestellt. Und wie die „Deutsche Welle“ korrekt anmerkt, ist die Schere zwischen Arm und Reich in Schweden in den vergangenen Jahren auseinander gegangen.

Das scheint zu weit gegangen zu sein, so Aftonbladet, in einem Land, dessen Selbstbild durch Solidarität geprägt ist und in dem man davon ausgeht, dass man sich umeinander kümmert.

Wieder mal ein Hinweis, welche Macht (unbewusste) Wertvorstellungen einer Mehrheit (also „Kultur“) in der Praxis haben. In einem Land in dem „lagom bäst“ ist, jeder Mensch gleich (gut) ist und „omtanke“ als grundlegend wichtig empfunden werden, gelten andere Maßstäbe bei der Frage, was richtig oder falsch, gut oder schlecht ist…

Der Artikel in „Aftonbladet“: http://www.aftonbladet.se/nyheter/kolumnister/wolfganghansson/article19533675.ab?fb_action_ids=10152629220182034&fb_action_types=og.recommends

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