Schweden hat den höchsten Anteil armer Mitbürger in nordischen Ländern

Kaum wurde die Einzigartigkeit Schwedens in der ergangenen Woche gepriesen (siehe Artikel vom 11.3.), gibt eine ganz frische Studie Stoff zum nachdenken...

Die Jugendarbeitslosigkeit in Schweden (mit 22,9%) ist die höchste im Vergleich (nicht nur) mit den nordischen Ländern und die zur Zeit konservative Regierung investiert immer weniger in Ausbildung und Forschung, was sich auch in den Ergebnissen der letzten Pisa-Studie gezeigt hat.

In einem Diskussionsartikel der schwedischen Tageszeitung Dagens Nyheter merken Stefan Löfven, Vorsitzender der Sozialdemokraten und Karl-Petter Thorwaldsson, Vorsitzender des Gewerkschaftsbundes, einige negative Entwicklungen in Schweden an.

Außerdem kritisieren sie, dass Schweden den höchsten Anteil armer Mitbürger hat – den höchsten im Vergleich mit den anderen nordischen Ländern und den höchsten seit 20 Jahren.

Dieser Diskussionsbeitrag stützt sich auf eine Teilstudie eines gemeinsamen nordischen Forschungsprojekts, die jetzt über Schweden herausgekommen ist. Sie untersucht die Veränderungen des schwedischen Sozialstaates seit 1990 und die Herausforderungen, denen sich der Sozialstaat bis zum Jahr 2030 stellen werden muss.

Der Gesamtbericht NordMod2030 (für Nordisches Modell 2030) wir im November 2014 veröffentlicht.

Die Studie ist u.a. von den Sozialdemokratischen Parteien und den Gewerkschaften der nordischen Länder Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden in Auftrag gegeben worden. Für jedes Land gibt es zwei unabhängige Forscher (für Schweden Ingrid Esser von der Universität Stockholm und Thomas Berglund von der Universität Göteborg).

Die gesamte Teilstudie ist hier einzusehen: http://www.fafo.no/pub/rapp/20357/20357.pdf

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